Im Rahmen eines gemeinschaftlichen Forschungsprojekts haben MARS, das US-Landwirtschaftsministerium und IBM das Kakao-Genom entschlüsselt. Die Ergebnisse sind öffentlich verfügbar und sollen Kakaobauern weltweit zu Gute kommen und die nachhaltige Kakaoversorgung sichern.
Während Nahrungsmittel wie Mais oder Weizen, die in Industriestaaten eine große wirtschaftliche Bedeutung haben, schon lange von Investitionen in wissenschaftliche Arbeit profitieren, wird der Bereich der Kakaoforschung bisher kaum wahrgenommen und unterstützt. So konnten die Gene für Mais und Weizen bereits identifiziert werden, was die Berücksichtigung spezifischer landwirtschaftlicher Merkmale ermöglicht, woraus sich wiederum erhebliche Ertragssteigerungen ergeben. Da Kakao meist in Ländern mit stark begrenzten Forschungskapazitäten angebaut wird, stand eine Identifizierung der Gene lange aus und Kakao konnte bisher nicht von einer solchen Steigerung der Produktivität profitieren.
Um dieses Defizit aufzuheben, hat Mars Incorporated gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern wie dem Agricultural Research Service des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten, IBM und der University of California, Davis die Sequenzierung und Analyse des Kakao-Genoms durchgeführt und das Ergebnis auf einer Public Domain im Internet zugänglich gemacht. Ziel der Forschungsarbeit ist in keinem Fall die gentechnische Veränderung der Kakaopflanzen. Vielmehr ist die vorläufige Entschlüsselung des Kakao-Genoms ein entscheidender Schritt um das Verständnis für Kakaopflanzen zu verbessern und um Kakaobauern bessere Möglichkeiten zu bieten, Kakao von höherer Qualität anzubauen und robustere und widerstandsfähigere Kakaopflanzen mit gesteigerten Erträgen und verbesserter Wasser- und Nährstoffaufnahme anbauen zu können.

Kakao ist für etwa 6,5 Millionen Bauern – größtenteils aus kleinbäuerlichen Plantagen – eine wichtige Kulturpflanze, die sowohl die Existenz der Bauern als auch der Volkswirtschaft der Anbauländer sichert. Allerdings wird der Kakaoanbau regelmäßig durch Schädlingsbefall und Krankheiten beeinträchtigt, wodurch Ernteverluste von bis zu 80% verursacht werden können. Weitere Beeinträchtigungen, wie der Klimawandel, stellen die Anbauregionen wie z.B. Westafrika vor besondere Herausforderungen. Mithilfe der vorläufigen Entschlüsselung des Kakao-Genoms und weiteren Forschungsprojekten will Mars die Bedingungen des Anbaus und der Züchtung von Kakaopflanzen dauerhaft verbessern und einen Beitrag zur nachhaltigen globalen Kakaoversorgung leisten.
Auf einen Blick
- Was steckt in einem Kakao-Genom?
Die Entschlüsselung und Dokumentation des Kakao-Genoms kann dazu beitragen, die zahlreichen Vermutungen bei der traditionellen Pflanzenzucht zu verifizieren. Dies ist einer der entscheidenden Schritte hin zu einer bedeutenden Verbesserung des Anbaus und der Züchtung von Kakaopflanzen, wodurch Millionen von Existenzen, die mit der Pflanze verbunden sind, gesichert werden können.
- Wo sind die Ergebnisse dokumentiert?
Die Forschungsergebnisse werden der Öffentlichkeit über die Kakao-Genom-Datenbank http://www.cacaogenomedb.org/ zugänglich gemacht. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass die Forschungsergebnisse dauerhaft und ohne Patentanspruch verfügbar bleiben und somit Wissenschaftlern die Möglichkeit geben, die Erkenntnisse unmittelbar für den Pflanzenbau zu nutzen.
- Was ist das Ziel der Forschungskooperation?
Durch die Zusammenarbeit in Public-Private-Partnerships setzt sich Mars für den Austausch von Wissen mit dem Ziel der Förderung des Kakaoanbaus ein. Durch die öffentliche Verfügbarkeit der Ergebnisse können Wissenschaftler zusammen mit Bauern rund um den Globus Kakaobäume züchten, die widerstandsfähiger und resistenter gegenüber ökologischen Veränderungen sind. Hierdurch wird die Existenz von weltweit 6,5 Millionen Kakaobauern sowie die Kakaoversorgung gesichert.
- Wie geht die Forschungskooperation weiter?
Das Gemeinschaftsprojekt wird sich weiterhin mit der Analyse und Charakterisierung des Kakao-Genoms befassen, um u.a. von Experten begutachtete Publikationen vorzulegen und einen dauerhaften Beitrag im Bereich der Kakaoforschung zu leisten.
- Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf den Kakaoanbau?
Der Klimawandel verändert auch die Niederschlagsmuster und im Laufe der letzten 45 Jahre konnte ein Anstieg der Zahl von Trockenmonaten beobachtet werden. Um Ertragsverluste zu vermeiden müssen die Kakaobauern ihre Anbauflächen öfter bewässern. Unser Ziel ist es, durch die Identifizierung von Genen Pflanzen mit erhöhter Toleranz gegenüber Trockenheit züchten zu können, um die Bewässerung dauerhaft zu reduzieren und Wasser einzusparen.